Leftovers
Das 2024 Album »Es kann sein, dass alles endet« der Wiener Band Leftovers beweist: Die Band ist erwachsen geworden, brennt aber weiterhin lichterloh. Ein perfekter Reifeprozess.
Wiener Melancholie mit den Leftovers
In einer Kolumne hat der Autor Eric Pfeil kürzlich ein Hohelied auf die romantische Idee der Band als eine Gang aus Freund:innen gesungen. Eine Rockband, so Pfeil, sei eine »Brutstätte des Unfugs« mit »irrlichternden Ambitionen«. Selbst eine solche zu gründen, zähle »für junge Menschen zu den sinnvollsten Unternehmungen überhaupt.«
Vielleicht hat Eric Pfeil ja genau an die Wiener Band Leftovers gedacht, als er diesen Appell verfasste. Denn was es bedeutet, mit seinen Freundinnen und Freunden die Welt aus den Angeln zu heben, das zelebrieren Leftovers nun schon seit drei Alben auf stromstoßartig belebende Weise.
Ihr Album, »Es kann sein, dass alles endet«, ist nun mehr denn je die »Alle-machen-alles-Platte« dieser Band – und damit der bisherige Höhepunkt ihrer Kollaboration. Alle vier Mitglieder haben Texte geschrieben und singen, alles geht ineinander auf und verstärkt sich gegenseitig. Oft weiß man nicht, wer gerade singt, aber das ist auch nicht wichtig: Alles auf diesem bestürzend umwerfenden Album ist einfach Leftovers.
Das vielleicht nicht ganz überraschende, aber keineswegs selbstverständliche daran: Anna Grob, Leon Eder, Leonid Sushon und Alex Waismayer sind vier höchst unterschiedliche Individuen, die unterschiedlich fühlen, wahrnehmen und träumen. Doch genau das ist ihre größte Stärke. Erst ihre Unterschiedlichkeit macht Leftovers nicht nur größer als die Summe ihrer Teile, sondern unschlagbar. Getreu dem Motto, das im Raum steht: »Wir haben für die Songs gearbeitet, nicht für unser Ego.«
»Es kann sein, dass alles endet«? Klar, jederzeit. Aber jetzt geht’s für die Leftovers aus Wien erstmal so richtig los.